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2014 Schweizer Familie
2013 Brigitte Nr.12/2013
2011 Lilo's Gespür für Tarot
2011 Lilo Schwarz im Dialog
2008 Neue Luzerner Zeitung
2008 Luzerner Rundschau
2007 Spuren  
2006 Lichtwelle  
2005 Neue Luzerner Zeitung
2005 St. Galler Tagblatt
2003 Zeitpunkt
2002 Handelszeitung  
2000 Schweizer Familie
2000 Schweizer Hausapotheke  
Schweizer Hausapotheke - Dezember/Januar 99/2000 schliessen
Text: Albin Rohrer  

Tarot-bloss ein lustiges Kartenspiel

Vor einigen Jahren noch praktisch unbekannt, heute in aller Munde: die 78 Karten des Tarot. Ist es bloss ein simples Spiel, ein esoterisches «Wischiwaschi» oder steckt tatsächlich mehr dahinter? Die «Schweizer Hausapotheke» besuchte eine Expertin

«Seriöse Hilfe durch Kartenlegen», «sofortige Hilfe durch Kartenlegen». So oder ähnlich klingen unzählige Inserate in vielen Zeitschriften. Der Esoterikboom scheint zwar seinen Zenith überschritten zu haben und allmählich am Abklingen zu sein, Tarotkarten erfreuen sich indessen je länger desto mehr grösserer Beliebtheit. Und nicht selten werden Tarotberatungen im klassisch-esoterischen Stil durchgeführt: Ein geheimnisvolles Kämmerlein, rosarote Vorhänge, eine Kerze, womöglich noch ein Räucherstäbchen, und eine Tarotberaterin, die als Wahrsagerin, Lebensberaterin, Prophetin oder Heilerin mehr oder weniger (un)heilvoll wirkt. Nun, Dinge sind bekanntlich nie gut oder schlecht, jedes Ding ist grundsätzlich neutral. Gut oder schlecht ist höchstens das, was man damit macht. Das gilt für einen Hammer ebenso wie für irgendein Medikament. Und es gilt wohl auch für die 78 Tarotkarten. Es mag sein, dass gewisse Tarotberatungen im höchsten Grad unseriös verlaufen und in die Kategorie «Scharlatanerie» eingeordnet werden müssen. Doch es geht auch anders, etwa bei Lilo Schwarz. Die diplomierte Psychologin befasst sich intensiv mit Tarot. Sehr differenziert fällt die Antwort von Lilo Schwarz auf die Frage aus, was denn Tarot überhaupt sei: «Für mich ist es ein psychologisches Instrument, welches in jeden Bereich "alltagspsychologie" hineinreicht. Somit kann es jeder auch selbst anwenden.» Tarot ist laut Lilo Schwarz eine Bildsprache, eine Symbolsprache, eine Sprache, die uns vom rein Analytischen weg bewegt und eine Brücke zum Unbewussten, Innern oder zum Intuitiven baut.
«Tarot, und auch andere Bildsprachen, kann uns von Vorurteilen lösen, rationale Konzepte oder Meinungen erweitern, es kann alle Sinneskanäle öffnen, und dadurch eine Brücke ganz weit zu unserem Innen schlagen»
«Tarot verbindet mit dem Innern»
Ist denn das Tarot eine Therapieform oder eine Diagnoseform? «Ich würde das vorsichtig ausdrücken», meint dazu Lilo Schwarz: «Als therapeutisches Instrument gehört es für mich nur in die Finger von Psychologen. Ansonsten ist es ein Erkennungs- und Auseinandersetzungsinstrument und hilft, ein aktuelles jedoch vielleicht unbewusstes Thema auf den Tisch zu legen. Tarot kann helfen, die Augen zu öffnen, eine Bestätigung zu erhalten über das, was jemand zuvor schon geahnt hat, sich im Kopf darüber jedoch noch nicht im Klaren ist.»
Theorie und Praxis
Soweit die Theorie. Doch was passiert, wenn Lilo Schwarz eine Beratung durchführt? Bei ihr sitzt eine knapp 30-jährige Frau. Diese Frau spielt mit dem Gedanken, sich beruflich selbstständig zu machen, hat jedoch noch einige Vorbehalte hinsichtlich Möglichkeiten, Risikobereitschaft und Voraussetzungen. Bevor Lilo Schwarz zu den Karten greift, hört sie der Klientin aufmerksam zu, um zu klären, wie viele Karten gezogen werden sollen, und vor allem auch, wie die Frage formuliert werden muss, damit sie danach auch richtig gedeutet werden kann. Dabei verzichtet Lilo Schwarz auf gängige Rituale. «Es ist nicht zwingend», erklärt sie, «dass mit der linken Hand gezogen, dreimal gemischt oder von links nach rechts abgelegt werden muss.» Das sei «esoterisches Geplänkel». Jeder Klient könne die Karten so mischen, wie er es für richtig halte: «Das ist die Entscheidung jedes Einzelnen.» Wichtig erscheint es ihr, dass sich ein Klient vor dem Ziehen der Karte mit dem Thema oder Zustand verbindet: «Eine minimale Beteiligung des Klienten am Thema muss schon vorhanden sein, damit eine sinnvolle Korespondenz zwischen der beratenden Person und dem Klienten garantiert ist.» Die Klientin zieht eine Karte. Zuvor wurde definiert, dass diese Karte grundsätzlich das Thema «Selbstständigkeit» darstellt. «Es geht um die Kraft, die Gefühle und um die Möglichkeiten der Klientin hinsichtlich dieser Thematik». Die Klientin zieht den «Wagen», eine Karte aus der sogenannten grossen Arkana. Die 78 Tarotkarten sind eingeteilt in die grossen Arkana (22 Karten) und die kleine Arkana (56 Karten). Lilo Schwarz erklärt, dass die Karten der grossen Arkana immer das Gesamte und das Ganze eines Menschen betreffen, während die Karten der kleinen Arkana Auskünfte über Detailfragen geben.
Die Klientin erzählt, was sie im Bild sieht, und stellt Bezüge zu ihrem Thema her. Lilo Schwarz hört aufmerksam zu, stellt Fragen. Offene Fragen, welche der Klientin genügend Raum lassen, Abstraktes und Unbewusstes zu konkretisieren.
Erstaunliches Resultat
Die Beratung nimmt ihren Lauf, Lilo Schwarz und die Klientin tauchen immer tiefer ins Thema ein, nach und nach wird - wenn auch nicht alles - so doch vieles klarer. «Das ist auch das Schöne am Tarot. Der «Wagen» als Beispiel ist überhaupt keine esoterische Karte, sie ist das Abbild des Lebens und des momentanen Zustandes, und eine Karte sagt nichts, was der Klient nicht schon weiss, eine Karte bestätigt aber vieles». Im Falle dieser Klientin bestätigte die Karte unter anderen, dass die Weichen für die berufliche Selbstständigkeit bereits erfolgreich gestellt sind, dass der Weg alleine gegangen werden muss und viel Konzentration erfordert. «Du hast die Zügel in der Hand, es liegt in deinen Händen, und die Voraussetzungen sind gut, denn der Wagen gilt als deutliche Karrierekarte». Nicht sonderlich überrascht über diese Aussage scheint die Klientin zu sein, und sie bestätigt, dass das eben Besprochene für sie eigentlich nichts Neues, sondern eine klare Bestätigung für gewisse Wünsche, Gefühle und Ahnungen sei.

Schweizer Familie 3/2000 schliessen
Text:Edith Lier  

Tarot ist ein uraltes Kartenspiel. Es überliefert seit Jahrhunderten in einer dichten Bild- und Symbolsprache Weisheiten früherer Kulturen. Die diplomierte Psychologin und Tarot-Expertin Lilo Schwarz setzt Tarot professionell als Instrument bei Beratungen ein

Das ausgetretene Treppenhaus mit den abgegriffenen Licht- und Klingelknöpfen ruft über vier Etagen hinweg Bilder von Hinterhofromantik wach. Wer zum ersten Mal zu Lilo Schwarz im vierten Stock eines Luzerner Altbaues hochkeucht, hat ohnehin die Sensoren ausgefahren: Die diplomierte Psychologin und Beraterin von Führungskräften ist eine Expertin für Tarot. Im Klartext : Sie legt Karten.
Wartet hinter der Türe also ein Hutzelweibchen mit buckliger Katze auf der Achsel und einer Glaskugel inmitten eines Sammelsuriums von okkulten Insignien? Weit gefehlt. Unter der Türe steht eine hoch gewachsene, attraktive Frau. Lilo Schwarz, 48, führt die Besucherin vorbei an einem hellen Arbeitszimmer mit Computer in einen lichten, stilvoll eingerichteten Raum mit einem schwarzen, rechteckigen Tisch in der Mitte. Hier erteilt sie Kurse und macht Interessierte mit der Symbolsprache des Tarots bekannt. Auch bei psychologischen Einzelberatungen zieht sie gelegentlich das bildhaft verdichtete «Modell des Lebens» bei, wie sie das 78-teilige Lege-Set bezeichnet.
Auf Wolken schwebt die Tarot-Fachfrau im Berufsalltag aber keineswegs. Die ausgewiesene Arbeitspsychologin leitet in Luzern eine Abteilung der Lehrerweiterbildung und ist in ein kleines Team eingebunden. Daneben ist sie in der Führungsschulung tätig und gestaltet Seminare. Als Basis dient ihr die prozessorientierte Kommunikationslehre des neurolinguistischen Programmierens (NLP). «Ich will mich nicht als allwissend aufspielen sondern das vorhandene Potenzial der Leute stärken», beschreibt sie ihr Arbeitsprinzip, das auch beim Tarot zum Zug kommt.
«Tarotkarten haben keine Macht» betont Lilo Schwarz. «Es handelt sich ganz pragmatisch ausgedrückt - um bedruckten Karton.» Kraft lösen die Karten erst beim Betrachten aus, wenn spontan Bilder und Assoziationen entstehen. Als psychologisches Instrument dienen sie der persönlichen Orientierung.
Allerdings lauert im Tarot auch die Gefahr des Missbrauchs. Die Seriosität einer Beratung steht und fällt mit der Person, welche die überlieferte Methode zur Selbstfindung anbietet. Im Volksmund heisst es nicht von ungefähr, «mit offenen oder verdeckten Karten spielen»,«sich nicht in die Karten gucken lassen» oder «die Karten offen auf den Tisch legen». Dabei bietet jeder Beruf die Gelegenheit, über andere Menschen Macht auszuüben, wie die unkonventionelle Psychologin relativiert und davor warnt, die klassische esoterische Disziplin des Tarots a priori zu «verteufeln». Mit Wahrsagen und Orakeln hat Lilo Schwarz nichts am Hut. «Bei meiner Arbeit mit Tarot geht es mir darum, anhand von Karten Gedanken und Themen, die das persönliche Leben betreffen, weiterzuspinnen und zu entwickeln», weist sie auf ihre ganzheitliche Sichtweise hin. Sie versteht Tarot als Bild- und Symbolsprache, die völlig anders funktioniert als unsere analytisch angelernte Schriftsprache.
«Die Bildsprache ist grenzenlos», sagt die Psychologin und führt gleich ein Beispiel an. Die Tarotkarte «Sonne» ruft spontan unzählige Erinnerungen wach, an den Sommer etwa, an warmes Wetter, an wohlige Wärme, an die Sonnenfinsternis, aber auch an das Bedürfnis nach Schatten, an einen schmerzhaften Sonnenbrand, an gerötete Augen. Beim geschriebenen Wort Sonne tauchen auch Bilder auf, aber sie sind auf den Inhalt des Begriffs beschränkt. Während man die Sprache verstehen muss, wirken die Bilder als solche. «Das Bild ist ausschliesslich Mittel zum Zweck, um die aktuelle persönliche Lebensgeschichte ins Zentrum zu rücken», erläutert Schwarz.
Das Tarot führt auch vor Augen, dass die Welt kein Schwarzweissmodell ist, sondern sich so farbig präsentiert wie die Karten auch. Demnach gibt es auch keine «guten» und «schlechten» Karten. Vielmehr nimmt jeder Mensch intuitiv Impulse aus der farbigen Welt der Bilder auf, um sie auf Lösungsvorschläge hin zu überprüfen.
«Die Karten geben uns keine Antworten im eigentlichen Sinn, sondern werfen Fragen auf, die nur wir selber beantworten können», gibt Schwarz zu bedenken. Sie versteht sich nicht als Wissensvermittlerin und betreibt auch keine Symboldeutung, sondern übersetzt die Bilder in die Alltagssprache. «Im Gegensatz zu einem Verkehrszeichen ist ein Symbol nie eindeutig», sagt sie.
Für Lilo Schwarz soll Tarot keine «esoterische Insel» bleiben, sondern in den Alltag integriert werden. «Eigentlich brauchten wir gar keine Tarotkarten, wenn wir die Bilder draussen im Leben sehen würden», resümiert sie und ergänzt: «Meine Vision ist Tarot ohne Tarot.» Sie selber brauche die Karten kaum mehr beizuziehen, weil sie das Modell umgesetzt und integriert habe und damit immer wieder auf die Erde komme.
Neben ihren Basiskursen, Praxistagen und Spezialseminaren bietet die TarotExpertin als «Herzstück» eine berufsbegleitende Ausbildung für Tarotberater(innen) an. Der anspruchsvolle und in seiner Qualität einzigartige Lehrgang umfasst insgesamt 23 Tage und erstreckt sich über 18 Monate. Zwischen den acht Schulungsblöcken wird individuell und in Lerngruppen geübt. Im Januar 2000 schliessen die ersten 12 Fachleute, darunter drei Männer, ihre Ausbildung ab. Der zweite Kurs beginnt Ende August. Grundkenntnisse in Tarot sind für die Teilnahme Voraussetzung. Daneben stellt Lilo Schwarz auch hohe menschliche Ansprüche: «Wer sich selber in Szene setzen will und kein Du wahrnehmen kann, ist bei mir fehl am Platz.» Das spricht für sie und die hohe Schule des Tarots, wie sie es lebt.

Handelszeitung 44/2002 schliessen
Text:Mari Serrano  

Neue Sichtweisen mit Tarot

Die Arbeitspsychologin Lilo Schwarz setzt bei ihren Beratungen ergänzend die Arbeit mit Tarotkarten ein. Vorausgesetzt, das Gegenüber und auch der Moment stimmen: «Manchmal verbeissen sich die Menschen in etwas oder sind einfach festgefahren, dann können die Tarotkarten den Blick öffnen.» Die farbigen Karten mit den rätselhaften Bildern und Symbolen (wobei die Teilnehmer die Karten selbst legen!) lösen sofort Assoziationen aus, ein Gespräch mit der Expertin entsteht, und die Beratung kann in neue Dimensionen treten. Denn die Bildersprache eröffnet neue Sichtweisen, und «die Karten liegen auf dem Tisch», wie Lilo Schwarz sagt. Tarot hat im wahrsten Sinne des Wortes etwas mit Offenlegung zu tun, dadurch kann bisher Ungesehenes auftauchen. Lilo Schwarz arbeitet seit 16 Jahren mit Tarot und grenzt sich entschieden gegen Scharlatanerie ab: «Tarot ist vertraulich, braucht Zeit und vor allem die Mitarbeit des Gegenübers.» Wie in der Meditation geht es auch hier darum, die bereits vorhandenen Lösungen oder Lösungsansätze zu finden. Lilo Schwarz bekräftigt, dass das Resultat nicht etwa eine zukünftige Voraussage ist, sondern die Menschen in ihren eigenen Intuitionen bestärkt werden. «Eigentlich wusste ich das schon, es war mir nur nicht so klar», erkennen viele nach einer Legesession.

Zeitpunkt Nr. 66 Januar 2003 schliessen
Text:Christoph Pfluger  

«Die Tarot Karten sind ein gutes Hilfsmittel für Entscheidungen, weil sie nicht Ja oder Nein sagen.» Dies sagt die Luzerner Psychologin Lilo Schwarz, die ihre Diplomarbeit über Entscheidungsprozesse geschrieben hat und seit über zehn Jahren in ihren Beratungen und Seminaren mit Tarot Karten arbeitet.

«Die meisten Entscheidungen fällen wir unbewusst und selbstverständlich. Erst wenn wir uns nicht entscheiden können, werden wir uns gewahr, dass wir überhaupt in einer Entscheidungssituation stehen.» Mit dieser Feststellung dringt Lilo Schwarz zum Kern des Themas vor: Entscheiden müssen wir uns nur, wenn wir es eigentlich noch nicht können. Faktoren, die gemäss Lilo Schwarz Entscheidungen behindern sind:
- zu wenig Informationen
- Entscheidung ist noch nicht reif
- man hält den Prozess nicht mehr aus
- Umgebung drängt auf eine Entscheidung
- innerer Druck «ich muss mich entscheiden» (unechte EntscheidungsSituation).
Oft geht es also nicht primär darum, sich zu entscheiden, sondern eine bestimmte Situation auszuhalten, bis sich der nächste Schritt deutlich abzeichnet.

MIT DEN KONSEQUENZEN LEBEN LERNEN

Bei Entscheidungen ist man immer mit der Möglichkeit konfrontiert, auch zu verlieren. «Man wird allerdings nie wissen, ob man sich richtig entschieden hat», sagt Lilo Schwarz. Die Alternative dazu ist die Wahl. Dabei geht es gemäss Lilo Schwarz mehr darum, mit den Konsequenzen einer Wahl zu leben, als sich für das eine oder andere zu entscheiden. In diesem Prozess sei das Tarot eine sehr gute Hilfe, weil es nicht Ja oder Nein sage, sondern den Entscheidungsprozess mit Bildern und Argumenten anrege. Die Karten wirken wie ein Spiegel der eigenen Gefühle. Man lernt so gewissermassen seine eigenen Ängste und Hoffnungen in Bezug auf eine Situation und den darin enthaltenen Möglichkeiten kennen.

JEDEM DAS SEINE

Es gibt natürlich auch andere vergleichbare Entscheidungshilfen. Während das Tarot über seine Bilder sofort Gefühle und Reaktionen auslöst, ist das östliche I Ging eher abstrakt. Dabei werden Stäbchen oder Münzen geworfen und erzeugen insgesamt 64 verschiedene Bilder, die im Buch der Wandlungen beschrieben sind. Vorteil des I Ging wie des Tarot ist, dass man sie selber praktizieren kann. Das ist bei der Astrologie mit ihrer unendlichen Kombinationsfülle und den dazu gehörigen Berechnungen nicht der Fall. Wer über das simplifizierte Wochenhoroskop hinausgehen will, braucht einen geschulten Fachmenschen oder zumindest eine Computeranalyse. Verwandt mit dem Tarot sind die aus Findhorn stammenden Engelkarten. Sie wirken gemäss Lilo Schwarz wie ein unterstützender Morgengruss, bilden aber kein zusammenhängendes System.

St. Galler Tagblatt 18.Oktober 2005 schliessen
Text:Melissa Müller  

Ein Abend, zwei Lesungen: In der Comedia übte der Philosoph Werner Seppmann harsche Kapitalismuskritik. Zeitgleich warb die Psychologin Lilo Schwarz im Rösslitor für ihr neues Buch über Tarotkarten.

Kartenlegerinnen stellt man sich gemeinhin anders vor. Die Frau, die im Rösslitor unlängst ihr neues Buch über Tarotkarten vorstellte, ist keine alte Zigeunerin mit Kristallkugel, sondern eine elegante Dame, wie man sie am Bankschalter antreffen könnte. Lilo Schwarz - blondes Haar, weisses Kleid - will sich auch nicht als Esoterikerin verstanden wissen, sondern als Psychologin. Während sie Tarotkarten deutet, spielt sich fünf Velominuten entfernt ein Kontrastprogramm ab: der Ökonom und Soziologe Werner Seppmann, in linken Kreisen ein bekannter Mann, stellt in der Buchhandlung Comedia sein neues Werk über Kapitalismuskritik vor. Das ist starker Tobak: Er kritisiert die Ausbeutung der Arbeitskraft, bemerkt, dass die Erdölvorräte zu Neige gehen und die Gesellschaft vereinsamt.

Die zwei Sachbuch-Autoren im Rösslitor und in der Comedia könnten nicht verschiedener sein. Hier die schöngeistige Tarot-Frau, die sich feinstofflichen Dingen widmet, dort der nüchterne Gesellschaftskritiker.

Esoterik hat Konjunktur
Dennoch bringen Schwarz und Seppmann gemeinsame Themen zur Sprache. «Esoterik hat Hochkonjunktur», sagt etwa der deutsche Autor. Für den Ökonomen, der die «Ellbogengesellschaft» genau analysiert, ist es kein Zufall, dass Horoskopglauben und spirituelle Orientierungen im Trend liegen. Die Sorge, beruflich und sozial ausgegrenzt zu werden, sei allgegenwärtig. So kämen emotionale Ansprüche zu kurz: «Deshalb werden die Menschen empfänglicher für Heilsideologien. Die Spiritualismus-Branche bildet ein millionenschweres Betätigungsfeld.»

Was würde Lilo Schwarz dazu sagen? Die resolute Frau legt nicht nur Karten, sie coacht nebenbei Kaderleute. Manager wiederum kriegen bei Seppmann ihr Fett weg: Einen Jugendlichen, der auf seinen Mitschüler einschlägt, obwohl dieser längst am Boden liegt, vergleicht er mit einem erfolgreichen Manager, der Extraprämien kassiert, weil er besonders viele Arbeitsplätze vernichtet hat. Die beiden Autoren haben nicht nur verschiedene Anschauungen, sie sprechen auch verschiedene Zielgruppen an. Das Buch «Im Dialog mit den Bildern des Tarot» geht im Rösslitor wie warme Semmeln über den Ladentisch. Die Käufer sind Frauen und Männer zwischen dreissig und fünfzig Jahren.
Die Renaissance des Marxismus
In der Comedia staunt der Buchhändler Pius Frei, dass über 30 zumeist junge Zuhörerinnen und Zuhörer gekommen sind. «Dabei heisst es doch immer, die Jungen von heute seien unpolitisch.» Laut Pius Frei erlebt das Interesse am Marxismus in der Bücherbranche «eine kleine Renaissance», Bücher wie das «Kommunistische Manifest» würden vermehrt verlangt, und auch an der HSG würden hie und da marxistische Zitate in Vorlesungen eingeflochten. Spannend wäre es, den Marxisten und die Esoterikerin zu einem Tête-à-Tête einzuladen. Ob sich Werner Seppmann von Lilo Schwarz bei einem Glas Rotwein die Karten legen lassen würde? Schliesslich werden längst nicht alle Entscheidungen in der Wirtschaft auf einer rationalen Ebene getroffen. Und das Herumkurven mit dem Velo zwischen den beiden Lesungen könnte man sich ebenfalls sparen.

Neue Luzerner Zeitung 5. März 2005 schliessen
Text:Pirmin Bossart  

Das Porträt einer «Kartenlegerin» hatte sich Industriekletterer Killy von Deschwanden am vergangenen Samstag gewünscht. Und jetzt sitzt da nicht nur eine Kartenlegerin, sie sitzt auch noch vor ihrem ersten grossen Buch (siehe Anhang), das heute Samstag das Licht der Buchhandlungen erblickt. Ein Buch zum Umgang mit der Bild- und Symbolsprache der Tarotkarten. Ist das ein Zufall - oder ist für Lilo Schwarz schlicht der «Stern" - die Tarotkarte Nr. XVII - aufgegangen?
Das Buch ist das Ergebnis einer zehnjährigen Auseinandersetzung, die auch mal «grauenhaft» sein konnte. Grauenhaft spannend und komplex. Lilo Schwarz lacht. Da musste sie durch und wollte sie durch. Jetzt ist sie erleichtert und freut sich. Das Buch gefällt ihr. Ein schlichter Umschlag mit einer symbolhaften Zeichnung. Nichts von allzu esoterischer Ornamentik, die den Deckel ziert. Nüchtern wollte sie es haben. «Ich bin keine Esoterikerin, auch wenn ich mich in diesem Feld bewege. Ich bin eine Psychologin.»

Zwei Seelen
Unkompliziert werden wir an der Löwenstrasse in Luzern empfangen, die Frau ist elegant gekleidet und hat Pep, haben wir uns so eine Kartenlegerin vorgestellt? Eine kartenlegende Psychologin? Ist sie überhaupt eine Kartenlegerin? «Ich bin auch eine Kartenlegerin», sagt sie. Mit Betonung auf «auch». Zuallererst ist sie eine Arbeitspsychologin, die sich auf dem Parkett der Wirtschaft bewegt, Führungskräfte coacht, Managerseminare durchführt, Supervisionen anbietet und Kaderleute mit Ressourcen-/Konfliktmanagement stärkt. Bis Ende 2000 arbeitete sie in einem kleineren Pensum beim Kanton für die Schulentwicklung. Seit gut vier Jahren setzt sie voll auf die Karte Selbstständigkeit.
Eine ihrer Stärken sei es, blitzschnell Verbindungen zu schaffen. Das Schwarz-Weisse hat darin keinen Platz mehr. Ach bin eine farbige Denkerin geworden - dank den Tarotkarten.»
Die jahrelange, Beschäftigung mit Tarot hat sie inzwischen so weit gebracht, dass sie selber nur noch selten Karten legt. «Ich habe mir die Symbolik einverleibt. Ich brauche die Karten nicht mehr.» Lieber gibt sie nun ihr Wissen weiter und bildet Leute zur Tarotberatung aus. «Ich habe festgestellt, dass es auf diesem Gebiet viele Leute gibt, die inhaltlich sehr kompetent sind, aber ein Manko haben, ihr Wissen professionell zu vermitteln.» Ihnen hilft Lilo Schwarz auf die Sprünge. Gelassen sagt sie. «So kann ich mich getrost zurückziehen und das Feld meinen Leuten überlassen.» Die Manager-Seele freut sich. Die TarotSeele blinzelt.
Lilo Schwarz, 52, hat aber noch eine andere Seele in ihrer Brust. Vor 20 Jahren begann sie, sich mit dem Tarot zu beschäftigen. Die 78 Karten, deren Herkunft tief in die Jahrhunderte führt, sind ein Konzentrat alter Mythologien und spiritueller Überlieferungen. Die Karten haben Lilo Schwarz neue Wege geöffnet, mit ihrer spirituellen Seite in Kontakt zu kommen. «Ich bin schon als Kind mit zwei verschiedenen Welten konfrontiert gewesen. Mein Vater war der eher atheistische Intellektuelle, von ihm habe ich wohl meine rationale Seite. Die Mutter andererseits war und ist immer noch ein tief spiritueller Mensch. Auch sie hat mich geprägt, Wie sonst ist zu erklären, dass Lilo Schwarz auch die «grossartige Bildersprache» der Bibel neu zu entdecken beginnt.

Viele Stationen
Eine «wilde Chaotin» sei sie, aber das nimmt man ihr so nicht ab. Sie machte das Handelsdiplom, arbeitete als Primarlehrerin und Sozialarbeiterin, besuchte eine Theaterschule, machte Kurse, wurde Erwachsenenbildnerin und absolvierte mit 40 ein Psychologiestudium am IAP Trotz vielen verschiedenen Stationen treibt sie etwas Unbeirrbares an, das erkämpft werden muss, aber auch wach hält, Unerwartetes bringt. Das Ende ist nicht in Sicht. Es drängt sie, die Manager-Seele und die Tarot-Seele noch stärker zusammenzuführem In ihr selber und als Konzeption für andere. Sie spürt, wie dieser Weg aussehen könnte. Es macht schon wieder in ihr. Ein neues Buch liegt in der Luft. Hilfe!
Lilo Schwarz ist nicht die herköminliche Kartenlegerin, die ihren Klienten im Monolog Auskunft über Fragen der Liebe, des Geldes und der Gesundheit gibt. Bei ihr geht es um die Auseinandersetzung im Jetzt und Hier. «Die Auseinandersetzung mit der persönlichen Situation und den wichtigen Themen, die sie sich für eine Person zu einem bestimmten Zeitpunkt äussern.» Es gibt verschiedene Systeme und Techniken dafür. Lilo Schwarz hat die Tarotkarten gewählt. Das hat seinen guten Grund.
Lilo Schwarz, 52, hat aber noch eine andere Seele in ihrer Brust. Vor 20 Jahren begann sie, sich mit dem Tarot zu beschäftigen. Die 78 Karten, deren Herkunft tief in die Jahrhunderte führt, sind ein Konzentrat alter Mythologien und spiritueller Überlieferungen. Die Karten haben Lilo Schwarz neue Wege geöffnet, mit ihrer spirituellen Seite in Kontakt zu kommen. «Ich bin schon als Kind mit zwei verschiedenen Welten konfrontiert gewesen. Mein Vater war der eher atheistische Intellektuelle, von ihm habe ich wohl meine rationale Seite. Die Mutter andererseits war und ist immer noch ein tief spiritueller Mensch. Auch sie hat mich geprägt, Wie sonst ist zu erklären, dass Lilo Schwarz auch die «grossartige Bildersprache» der Bibel neu zu entdecken beginnt.

Wertvolles Werkzeug
Die Tarotkarten sprechen mit ihren Bildern, Farben und Symbolen eine ganz direkte Sprache. Sie docken an Gedanken, Gefühle, Fantasien an und aktivieren einen Dialog. «Die Tarotkarten selber haben keine Kraft. Sie sind nur ein Stück bedruckter Karton. Die Kräfte werden dort geweckt, wo die Bilder Assoziationen, Erinnerungen, Wünsche in uns entstehen lassen.» Neben dem Emotionalen und dem Intuitiven rufen die Karten auch die Reflexion wach. So kommt das innere Geschehen ins Rollen. Die Tarotkarten denken quer und sprengen Grenzen. Sie fokussieren, setzen Überraschendes, ermuntern, erzeugen Angst. Das macht sie für die Psychologin zu einem wertvollen Werkzeug.
Seit sich Lilo Schwarz selbstständig gemacht hat, sind die freien Stunden knapper geworden. Die Freizeit verbringt sie am liebsten mit ihrem Mann, «dem besten Partner auf der Welt». Seit 17 Jahren ist sie mit dem Tontechniker und Studioproduzenten Gody Berger zusammen, seit zweieinhalb Jahren sind sie verheiratet, beide haben eigene Wohnungen. Sie gehen oft in die Natur, wandern, reisen, entdecken die Welt oder ziehen sich in ihr Rustico im Tessin zurück. «Wir sind sehr unterschiedliche Typen, aber auch Gody ist ein ausgesprochener Beziehungs - und Dialogmensch, und das verbindet uns stark.»

Verbindungen schaffen
Nichts ist nur schwarz und weiss, nur richtig oder falsch. Das hat Lilo Schwarz, die Rationalistin, von den Tarot-karten gelernt. Die Bildsprache ist immer mehrdeutig. Das prägt ihr Beratungsverständnis. Wertfreiheit ist ihr ein wichtiges Credo im Umgang mit den Karten. Lieber stellt sie Fragen - und führt die Klienten dazu, den möglichen Aussagen der Bilder für die befragte Situation selber auf die Spur zu kommen. Mit ihrem Buch zeigt sie einen Weg, das alte Wissen des Tarot auf den heutigen Alltag herunterzubrechen und konkret nutzbar zu machen.
Eine ihrer Stärken sei es, blitzschnell Verbindungen zu schaffen. Das Schwarz-Weisse hat darin keinen Platz mehr. Ach bin eine farbige Denkerin geworden - dank den Tarotkarten.» Die jahrelange, Beschäftigung mit Tarot hat sie inzwischen so weit gebracht, dass sie selber nur noch selten Karten legt. «Ich habe mir die Symbolik einverleibt. Ich brauche die Karten nicht mehr.» Lieber gibt sie nun ihr Wissen weiter und bildet Leute zur Tarotberatung aus. «Ich habe festgestellt, dass es auf diesem Gebiet viele Leute gibt, die inhaltlich sehr kompetent sind, aber ein Manko haben, ihr Wissen professionell zu vermitteln.» Ihnen hilft Lilo Schwarz auf die Sprünge. Gelassen sagt sie. «So kann ich mich getrost zurückziehen und das Feld meinen Leuten überlassen.» Die Manager-Seele freut sich. Die TarotSeele blinzelt.

Lichtwelle April 2006 schliessen
   

TAROT - BILDER DES LEBENS

Drei Fragen an Lilo Schwarz

In den 78 Bildern der Tarotkarten, in ihren Symbolen, ist das Urwissen der Menschheit aufgezeichnet. Tarot ist ein westlicher „Arbeitsweg an sich selbst” und führt durch tiefe Seelenschichten in universelle Erkenntnisse. Diese Karten werden auch als das „Buch des Thot”, des ägyptischen Gottes des Wissens und der Weisheit, bezeichnet. – Die Tarotexpertin Lilo Schwarz geht auf drei Fragen ein.
In den Tarotbildern sind esoterische Zeichen und Symbole verborgen, die auf den kosmischen Gesetzmässigkeiten basieren. Kann man deren Bedeutung lernen oder werden sie vor allem intuitiv gelesen? Führt das Instrument Tarot in das Wissen der energetischen Symbolik? Tarotbilder sind erst einmal Bilder und diese erlauben uns Menschen, einen Ausschnitt, einen Augenblick unseres Lebens und des ganzen Kosmos zu erhaschen. Wir können diesen Blick nach innen richten oder wir können ihn als Abbild des Umfeldes, in dem wir leben, verstehen. Wo findet nun Lernen statt? Überall und immer, unmerklich und bewusst.
Was ist energetische Symbolik und kann man sie erlernen? Ein Wort, dem ich bisher noch nie versucht habe auf die Spur zu kommen, welches aber von Energie und Dynamik zu strotzen scheint, hochlebendig ist. Es bringt mich an die ewige Unterscheidung, mit der wir uns schwer tun: Was ist von uns Menschen formbar, beeinflussbar und was ist Gott gegeben, im wahrsten Sinne des Wortes: göttlich gegeben?
Lernen bedeutet für mich mehr als sich Wissen aneignen, mehr als auswendig können. Lernen ist für mich ein lebenslanger Prozess des Verknüpfens von allem, was die Welt bewegt und was uns Menschen interessiert und berührt. Es ist das kollektive Lernen, welches uns verbindet. Das individuelle Lernen grenzt sich ab, macht speziell; es entsteht aus persönlicher Präferenz und Absicht, verfolgt das Ziel des Wachstums in Breite und Tiefe und Variation. Lernen ist ein dynamischer Prozess und findet im Übergang zwischen dem Reflektieren von Erfahrenem und all dem Neuen, noch nie Gedachten statt. Die Bilder und Symbole erreichen uns über das Auge und vieles wird uns dabei in den Sinn kommen, erhält Sinn. So gesehen ist Lernen also
von einem Bewusstseinsprozess begleitet. Gleichzeitig fliesst aber auch ein Teil des Bildes direkt in unsere innere Quelle oder zur Psyche, bleibt unbemerkt. Dieses intuitive Lernen findet im Grenzbereich zwischen Bewusstsein und Unbewusstem statt. Wir fühlen mehr als wir wissen; wir ahnen und nehmen etwas wahr, was sich noch nicht formulieren lässt. Es ist unser Reservoir der Fülle.
Zeichen sind eindeutig und dienen uns Menschen als Orientierung. Symbole sind mehrdeutig, verkörpern in verdichteter Reduktion wieder-um ein Ganzes. Isoliert betrachtet sind sie ein Code für etwas hoch Komplexes.Bilder sind ein neu zusammengesetztes Ganzes, ein Puzzle aus Symbolen, Eindrücken und der Wiedergabe des Realen und Abstrakten und natürlich alles in Farben, die wiederum auch Symbolgehalt haben. Symbole sind Metaphern eines Alphabetes des nicht konkret Fassbaren.
Jeder Blick auf das gleiche Bild ist immer ein neuer Blick. Jedes Mal wählt mein Auge, meine Aufmerksamkeit etwas anderes als passende Wiedergabe zum Moment, zur Frage, zur Befindlichkeit oder Gefühlslage. Und wir haben im Tarot 78 Bilder, die immer wieder neu sind! Unerschöpflich ist die Bildsprache. Lernen hat nie ein Ende! Wunderschön – wir sind mit dem Leben eins!
Wenn wir uns mit dem Weg des Tarot befassen, so verändern sich mit der Zeit unsere logischen Denkabläufe. Unser Weltbild wird umfassender, Dimensionen öffnen sich und die eigene Sensitivität erwacht. Was genau löst das Instrument Tarot sonst noch in einem Menschen aus?
Das ist wirklich so, wie ihr es beschreibt; die Beschäftigung mit Tarot hat auch mein Denken nicht nur Grund legend verändert, sondern bereichert und erst richtig in Fluss gebracht. Vor 25 Jahren war ich eine Schwarz-Weiss-Denkerin, rational und abstrakt. Dann begegnete ich den Tarotkarten, die mich nie mehr losliessen. Ich beschäftigte mich damit und merkte,dass ich nie fertig werde. Jedes Mal ist Tarot wieder neu, wirft neue Fragen auf, lässt neue Assoziationen entstehen und jedes Mal wenn ich das gleiche Bild betrachtete, sah ich etwas anderes. Bevor meine eigene Sensitivität erwacht ist, war ich verwirrt. Dann entdeckte ich die grosse Chance in dem Chaos, das mir Tarot in seinen Farben und Bildsymbolen offenbarte: das Leben selber. Ich war tief beeindruckt und spürte Ehrfurcht vor dieser einfachen Bildsprache mit ihrer endlosen Komplexität, und genau in dieser Mischung.
Es ist der Wechsel, oder besser gesagt, die Ergänzung vom linearen Prinzip der Logik und des Nacheinander zum zyklischen Prinzip des Kreises, der gleichzeitig immer alles enthält. Tarot ist für mich heute ein wichtiges Instrument, welches zum systemischen Denken gehört. Die Welt wird farbig und rund und ist nicht mehr zu kontrollieren. Der Fokus richtet sich eher auf die eigene Entwicklung und hört auf, Menschen in ihren Unterschieden zu beurteilen. Da jede Karte, jedes Symbol unzählige Möglichkeiten in sich birgt, gibt es kein Richtig und kein Falsch mehr. Dazwischen tut sich die ganze Welt auf, bietet sich in einem Reichtum an, der alles zulässt. Oft verwirrt es uns Menschen auch sehr, weil wir immer wieder gerne nach der Eindeutigkeit fragen. Und ich glaube, dass es sinnvoll ist, uns Menschen immer wieder zu verwirren. Damit zwingt es uns, die eigene Mitte zu suchen und einzunehmen, von wo aus wir Gelassenheit und innere Kraft erleben können.
Tarot selber löst im Menschen noch nichts aus. Die Beschäftigung mit Tarot erst bringt die Dynamik ins Rollen. So gesehen sind die Tarotkarten bedruckter Karton, solange ich mich von ihnen nicht berühren lasse; solange ich mich ihrer Bildkraft nicht hingebe. Viele Esoteriker haben Tarot studiert, analysiert und dabei viel Wissen erworben, aber ob sie sich ihnen wirklich hingaben, geht aus ihren Schriften nicht hervor. Die Magie passiert im Dialog mit den Bildern und der eigenen Lebendigkeit. Das Instrument Tarot wirkt wie ein Spiegel. Wie wir alle wissen, kann man nur selber in den Spiegel des Lebens schauen. Wie ist das, wenn Du für andere Menschen in die Karten schaust und sie für sie liest?
Spiegel gefällt mir gut. Tarot als Spiegel der Seele, als Reflexion und bewusste Auseinandersetzung mit dem Leben und sich selber, mit den ungelösten Fragen, die man nie wirklich endgültig lösen kann, die uns aber immer wieder einen Schritt weiter bringen im Wachstumsprozess, von der ersten Sekunde unseres Atemzuges bis wir sterben. Und dann gibt es wohl eine grössere Türe, die uns in diesem Moment des Übergangs aufgetan wird.
Wenn ich andere Menschen mit den Tarotkarten berate, bin ich eine Übersetzerin der Bildsprache und ich bin auch eine Prozessbegleiterin auf einem Stück Weg. Ich biete und rege Gedanken an, die zur Quelle meiner Klientinnen und Klienten führen. Ich stelle ganz viele Fragen auf Grund der Kartenbilder. Aber ich lasse die Verantwortung bei der einzelnen Person, weil eben nur sie selber in den eigenen Spiegel blicken kann. Eventuell sehe ich blinde Flecken, die ich ihr erhellen kann. Manchmal sieht sie diese mit Staunen und es eröffnet neue Möglichkeiten und manchmal kann sie diese auch (noch) nicht sehen, weil der Zeitpunkt nicht reif ist dazu. Hier habe ich grossen Respekt und würdige das Leben als unergründlich. Das Leben ist mehr, als ich und wir alle je begreifen können. Es ist sehr schön, wenn ich mithelfen darf, die reife Frucht der Erkenntnis und des Wandels zu ernten. Meine Klientin wird sie aber ohne mich essen.
Ich arbeite gerne mit Hilfe der Tarotkarten, egal ob ich eine psychologische Beratung anbiete oder ein Führungscoaching. Auch wenn ich ohne Karten arbeite, sind sie in meinem Hinter-kopf. Ihr Lebensmodell ist ständig mit mir, gehört zu mir. In letzter Zeit nehmen die Standortbestimmungen und Coachings zu, was mir sehr Spass macht. Da geht es um Sichterweiterung und um Effizienz. Tarot bringt das Entscheidende schnell auf den Tisch, visualisiert sozusagen ohne Worte und gibt Denkanstösse, die Erkenntnisse bringen und Schritte in die Veränderung möglich machen. Ja, Tarot ist meine Lebensphilosophie der bunten Wertschätzung allen Lebens.
Lilo Schwarz ist Diplompsychologin und Tarotexpertin. Sie berät Klienten und Teams und gibt Seminare für Kommunikation, Führungsthemen, Tarot und Schamanisches Arbeiten. In bald 20 Jahren Tarot-Arbeit hat sie ihr eigenes Konzept entwickelt, die Bild- und Symbolsprache der Karten verständlich und greifbar zu machen.

(www.liloschwarz-seminare.ch)

Spuren Nr.83 Frühling 2007   schliessen
     
DIALOG MIT BILDERN
Das farbenfrohe und schöne Buch derselben Autorin ist ein ideales Arbeitsbuch für alle, die weitermachen wollen, aber auch für alte Tarot-Hasen. Die Art, wie Lilo Schwarz mit dem Tarot in Dialog tritt, ist sehr lebendig. Sie versteht die Karten stark vom Bildlichen her und beachtet für ihre Deutungen jedes Detail der Symbolik. Dennoch gelingt es ihr, mit den Bildern frei und verspielt umzugehen. Sie lässt sehr viel Raum für einen kreativen Umgang mit den Karten; und was mir am besten gefällt: Es gibt für diese Autorin keine richtige oder falsche Sichtweise. Dieses Buch ist ein Angebot, um viele neue Ideen zu säen, die dazu anregen, eigene Muster zu weben.

Lilo Schwarz: Im Dialog mit
den Bildern des Tarot
Urania Verlag, Neuhausen
2005, 292 Seiten, Fr. 33.60.

RIDER WAITE, GANZ EINFACH
Schnell in die Handtasche greifen, Karte ziehen und die Tagesprognose lesen – kann das gut gehen? Ich war skeptisch. Aber das Pocket-Kartenset von Lilo Schwarz hat mich überzeugt. Obwohl es zum Rider-Waite Tarot schon viele Deutungen gibt, ist ihr ein «genial einfaches Wörterbuch zu Formen, Farben und Symbolen» gelungen – wie sie es gleich selber anbietet. Diese kleine Werkzeugkiste liefert das Wichtigste, mit dem wir zu neuen Erkenntnissen gelangen können, ohne im Bildermeer der 78 Symbolkarten zu ertrinken – spielerisch! Treffend gewählte Stichwörter helfen zu einer Deutung. Erstaunlich, wie viel an guter Information sich auf so einen kleinen Raum bringen lässt!

Lilo Schwarz: Rider Waite, ganz einfach.
Urania Verlag, Neuhausen
2006, Booklet und 78 Karten, Fr. 27.70

Luzerner Rundschau 29. Mai 2008 schliessen
Text:Jeannette Voltz  

«Ich denke farbig»
Arbeitspsychologin und Tarot-Expertin Lilo Schwarz sprengt Grenzen

Lilo Schwarz, Anfang Juni kommt Ihr zweites Buch «Selbstcoaching mit Tarot» in die Buchhandlungen. Worum geht es in diesen Buch?
In diesem Buch geht es darum, Menschen zu zeigen, wie sie mit Hilfe des Instrumentes Bildsprache über Fragen, Themen und Probleme ihres Lebens nachdenken können. Das Bild schafft eine gewisse Distanz, weil es von aussen betrachtet wird. Neben Emotionen und Intuition rufen die Karten Assoziationen wach. Der Mensch erweitert so seine Denkweise und erhält Impulse, alte Muster aufzuarbeiten und zu klären, bestehende Situationen anzuschauen oder Neues zu planen.
Verstehe ich Ihr Buch auch ohne Tarot-Kentnnisse?
Es ist ein Folgebuch meines Basisbuches «Im Dialog mit den Bildern des Tarot» und enthält Grundmuster, wie man Fragen in Bildern auslegen kann. Diese Grundmuster habe ich aus meinem Hauptberuf, der Arbeitspsychologie genommen und ähnlich einem Homöopathieführer im Buch eingebaut. Ich gehe darin intensiv in die Thematiken des Alltags, wie zum Beispiel Konfliktlösung, Zeitmanagement, Work-Life-Balance oder Beziehungs- und Familienfragen.
Nicht immer kann man sich selber helfen. Wann sollte man sieh an eine Fachperson wenden ?
Wenn man die nötige Distanz nicht mehr hat und sieh nur noch im Kreis dreht. Dauert eine solche Situation länger an, macht es Sinn, den Rat eines Coaches oder psychologische Hilfe zu suchen.
Sie sind Tarot-Expertin und Arbeitspsychologin. Das ist eine eher ungewöhnliche Kombination. Wo liegen die Gemeinsamkeiten?
Sie liegen in meiner Person. Zu allererst bin ich Arbeitspsychologin. Ich coache Führungskräfte, biete Supervisionen an und führe Managerseminare durch. Seit 25 Jahren beschäftige ich mich ausserdem mit Tarot. Die Karten haben mir neue Wege geöffnet, um mit meiner spirituellen Seite in Kontakt zu kommen. Ob ich als Psychologin Menschen fördere und coache oder mit dem Instrument Tarot arbeite, macht für mich heutzutage keinen Unterschied. Ich tue beides mit derselben Grundhaltung: Mit der Freude und der Überzeugung Menschen ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten und sie zu stärken. Ich bin ein Ressourcen orientierter Mensch und glaube ganz stark an die « Selbstheilungskräfte» eines jeden einzelnen.
Wie haben Sie Tarot für sich entdeckt?
Ich war früher eine Schwarz-Weiss-Denkerin und der Überzeugung nur was beweisbar ist, stimmt. Die Tarotkarten lehrten mich über die Grenzen farbig zu denken. Sie sind ein Konzentrat alter Mythologien, ein überliefertes Lebensmodell in Bildern. Sie wecken Gefühle und Fantasien und aktivieren den Dialog. Tarot hat mir aufgezeigt, dass das Leben zwischen Schwarz und Weiss stattfindet. Nichts ist nur richtig oder falsch, das habe ich von den Tarotkarten gelernt und das prägt auch mein Beratungsverständnis.
Wie wichtig ist es für Ihre Arbeit als Arbeitspsychologin eine spirituelle Seite zu haben?
In meiner Arbeit mit Managern und Führungskräften merke ich, dass der Zugang zur Spiritualität wieder vermehrt ein Thema sein darf. Und zwar die alltägliche Spiritualität. Für mich ist Spiritualität der Glaube daran, dass nicht alles erklärbar ist und dass viele Botschaften aus Quellen kommen, die wir Menschen nicht kontrollieren und steuern können.
Beim Wort «Kartenlegerin» denkt man unweigerlich an Esoterik. Sind Sie eine Esoterikerin?
Ich bin keine Esoterikerin, auch wenn ich mich in diesem Feld bewege. Ich hin Psychologin und sehe die Tarotauslegung systemtheoretisch, ähnlich einer Familienaufstellung. Ich möchte Menschen in einen Dialog mit sich selber bringen und keine Ratschläge erteilen. Das Wort «Esoterik» heisst Innenschau und hat eigentlich nichts Negatives. Aber wie bei allen Instrumenten kommt es darauf an, wie sie eingesetzt werden.
Bekamen Sie Ihre Spiritualität in die Wiege gelegt?
Meine Mutter war eine spirituelle Frau, gläubig, jedoch keine fanatische Kirchgängerin. Bis zu meiner Pubertät war ich vor allem eine «akademische» Vatertochter, die alles analysieren wollte. Als ich mich mit Tarot zu beschäftigen begann, war es nicht immer leicht, mich auf diese Art Leben einzulassen, die nicht erklärbar ist. Mit den Jahren erkannte ich die enormen Chancen, die sich daraus für mich ergaben. Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie es mir ermöglicht haben, in beiden Welten gross zu werden.
Sie bieten «Tarot-Werkstätten» an und , bilden Tarot-Beraterinnen und Berater aus.
Meine Partnerin MariettaSchnider führt Seminare durch, die den Teilnehmenden das Tarot als geniales Werkzeug näher bringt. Ich selber biete eine berufsbegleitende Ausbildung zu Tarotberaterin und -berater an. Dabei lernen die Leute mit Hilfe der Tarotkarten als Instrument, Klientinnen und Klienten in den Dialog mit sieh selber zu bringen, damit sie ihre oft verborgenen oder noch wenig bewussten Inhalte selber wahrnehmen können.

Neue Luzerner Zeitung 26.Juni 2008 schliessen
Text:Arno Renggli  

Tarot? Mir kommt dabei als Erstes der James-Bond-Streifen «Leben und sterben lassen» in den Sinn. Roger Moore alias 007 lässt die schöne Tarotlegerin Solitaire aus seinem eigenen Stapel eine Karte ziehen. Sie erwischt die Karte «Die Liebenden», worauf Bond ein leichtes Spiel hat, sie zu verführen. Als sie in seine Arme sinkt, erkennt der Zuschauer, dass Bonds Kartenstapel gefälscht ist und alle Karten das besagte Liebe-Sujet tragen
Zwischen Zweifel und Faszination
Tarot? Etwas für Betrüger und Scharlatane? Sicher auch, wie alles aus dem esoterisch angehauchten Bereich. Doch wie immer hängt dies nicht von der Philosophie, sondern von ihrer Anwendung ab. Und wenn etwa beim Tarot Menschen ihr ganzes Leben und Handeln von den Karten abhängig machen oder wenn «Experten» damit schlüssig die Zukunft voraussagen und eindeutige Handlungsanweisungen geben wollen, wird man rasch misstrauisch.
Die Luzerner Psychologin und Erwachsenenbildnerin Lilo Schwarz (56) beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Tarot und kann solche Einwände gut nachvollziehen. Mehr noch: «Ich frage mich noch heute zuweilen, ob das überhaupt einen Sinn ergibt. Und doch bin ich bei allen Zweifeln auch immer wieder fasziniert davon, was Tarot in seiner ganzen Vielfalt auslösen kann.»
«Es ist nur bedruckter Karton»
Lilo Schwarz wendet Tarot mit entsprechender Vorsicht an. Ihr Ansatz ist kein esoterischer, sondern ein psychologischer: «Meiner Meinung haben die Karten an sich keine Macht. Es ist nur bedruckter Karton. Vielmehr zeigen die Illustrationen die grossen Themen des menschlichen Daseins und rufen Assoziationen hervor. Sie sind wie Spiegel für innere Bilder.» Entsprechend sei es auch nicht so entscheidend, welche Karten man jeweils ziehe. «Jede Karte kann einem etwas sagen, aber es wäre eine Überforderung, alle 78 Karten auf einmal betrachten zu wollen.»
Kopfarbeit
Obwohl einen die Karten zunächst emotional berühren, ist danach viel Kopfarbeit gefordert. «Die Übersetzung dieser Gefühle kann nur mit dem Verstand geschehen», ist Schwarz überzeugt. Und genau das muss der Betrachter selber machen, er kann sich nicht einfach von einem Experten alles deutend vorkauen lassen. Lilo Schwarz hat ihre eigenen Erfahrungen damit gemacht. «Ich liess mir selber einmal von einem Wahrsager die Zukunft deuten. Ich hörte zu, staunte, ging weg und vergass es. Weil es mich einfach nicht berührte. Denn ich hatte es mir nicht selber erarbeitet.»
Schaut man sich die einzelnen Tarotkarten an, gibt es tatsächlich viele interessante Details zu sehen. Lilo Schwarz liefert in ihren Büchern zu jeder Karte entsprechende Beschreibungen und Deutungsvorschläge. «Ich entdecke auch nach so vielen Jahren immer wieder Neues.»
Tarot nicht immer geeignet
Sie, die sich als «Herzblutpsychologin» bezeichnet, weiss, dass sie sich mit Tarot in Grenzbereichen bewegt. «Ich empfinde den Spagat mit anderen psychologischen Techniken auch heute noch als schwierig. Aber ich er-lebe immer, dass Menschen dank Tarot einen Schritt weiterkommen.» Sie selber sei dank Tarot gedanklich flexibler geworden, habe eine gewisse Schwarz-Weiss-Sicht überwunden. «Im Grunde denke ich sehr akademisch. Tarot öffnet mir eine zusätzliche Tür.»
Nicht in jedem Fall sei Tarot aber eine geeignete Methode. «Wenn jemand etwa in einer tiefen Sinnkrise oder einer Suchtproblematik steckt, kann Tarot kaum helfen. Denn es bietet die Sicht auf viele Möglichkeiten, während Menschen in solchen Situationen sich eher in einer chaotischen Gedankenwelt befinden und eine klare Linie brauchen.»
Ein Experiment
Anweisungen will sie mit Tarot ohnehin keine geben. «Ich interpretiere die Karten nur auf einer allgemeinen Ebene.» Würde sie ihr Gegenüber anhand von Tarot konkret analysieren, wäre das eine psychologische Grenzübertretung, eine Verletzung der Persönlichkeit des andern. «Ich übernehme lediglich die Gesprächsmoderation, damit der Klient in den Dialog mit den Bildern kommt.»
Dass Lilo Schwarz den Karten an sich nicht die zentrale Bedeutung zumisst, zeigt sie übrigens in einem Experiment, welches sie bei ihrer Lesung am 4. Juli durchführt. Sie wird eine tarotähnliche Bilderdeutung durchführen, aber nicht mit Tarot-, sondern mit anderen Illustrationen. Wie um nochmals zu zeigen: Die Erkenntnis steckt nicht in den Bildern, sondern in einem selber.
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Fast wie bei Spielkarten
Ein Tarotset besteht aus 78 Karten. Von denen bilden 22 die «Grosse Arkana» (Lilo Schwarz etwa bevorzugt den Begriff «Grosse Spiegel»). Diese zeigen archetypische Grundmuster des Lebens und beziehen sich auf die ganze Person und ihre Situation. Die 56 Karten der «Kleinen Arkana» sind unterteilt in je 14 Stäbe-, Kelche-, Schwerter- und Münzenkarten, die wie Spielkarten vom As bis zum König gehen, wobei es zusätzlich auch noch je eine Königin gibt. Sie repräsentieren die vier Elemente, zeigen alltägliche Szenen und beschränken sich auf eine Frage zum gewählten Zeitraum.
Über die Entstehung von Tarot gibt es verschiedene Theorien und Spekulationen. Etwa über den Zusammenhang der «Grossen Arkana» mit den 22 altägyptischen Mondstationen oder den 22 Konsonanten der hebräischen Alphabets. Schriftlich bezeugt wurden die Tarotkarten erstmals in der Renaissance. Es gibt sehr viele Ausgestaltungen der Karten, Lilo Schwarz etwa bevorzugt wie viele andere die Version des Engländers Arthur Edward Waite (1957 bis ca.1940), den «Rider-Waite-Tarot». Denn dieser sei besonders neutral gestaltet und lasse darum viel Deutungsspielraum.
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HINWEIS
In ihrem neuen Buch «Selbstcoaching mit Tarot» (Königsfurt/Urania, 2008, 195 Seiten, Fr. 29.80) bietet sie neben einer kurzen Einführung über 100 Kartenlegemuster zu Themenbereichen wie Gesundheit, Liebe, Karriere oder Konflikte.
Als Einführung in Tarot eignet sich ihr Buch «Im inneren Dialog mit den Bildern des Tarot» (Urania, 2005, 293 Seiten, Fr. 33.90), in dem auch alle Karten ausführlich erläutert werden.
Erhältlich ist auch ein von ihr herausgegebenes Rider-Waite-Kartenset mitsamt Einführung und Kurzerläuterung zu den Karten (Urania).
Infos über Beratungen und Ausbildungen zur Tarotberater(in): www.liloschwarz-seminare.ch

Blogbeitrag von Ursula Patzke schliessen
28. Februar 2011  
Lilo Schwarz im Dialog
Mitreißend ist sie, die Lilo Schwarz. Wären wir nicht alle tarot-begeistert, wir wären es an diesem Abend geworden.
Kirsten und ROE Buchholzer hatten Lilo in ihre monatliche Mantische Agora eingeladen, die hier von ROE eröffnet wird und von Kirsten mit einer profunden astrologischen Betrachtung der aktuellen Planetenstände eingeleitet wird.
Tarot mit einer Prise Systemaufstellung
lautet der Titel des Vortrags, der nachher kein Vortrag, sondern ein lebendiger Dialog wird. Tarot ist eine Bildersprache, sagt Lilo, und wir gehen damit um, wie mit der Schriftsprache. Wir müssen in ein anderes Muster hineinkommen, die Bilder mit Kinderaugen anschauen, die Karten immer wieder neu entdecken. Einsteigen in die Buntheit und die Lebensfülle der Karten, sie mit einer gefühlmäßigen Intensität aufnehmen.
An einem Sivesterabend vor etwa 25 Jahren hat sie den Tarot kennengelernt. Da hat es hat sie gepackt. Und seither nicht mehr losgelassen. Ich kenne das auch, diesen Blitzeinschlag des Tarot, dessen Feuer nicht zerstört, sondern leuchtet und wärmt, je länger desto mehr.
„Im Dialog mit den Bildern des Tarot“ heißt ihr erstes Buch. Sie erklärt uns, was das heißt, in diesen Dialog zu gehen. Da ich ihre Ausführungen nicht ganz verstehe, frage ich nach. Ja, und dann hält sie mir die Karten gefächert hin. Ich soll eine ziehen. Das habe ich nun davon!
Ich ziehe also: Oh, die Münzen X, welch eine wunderschöne Karte! Dazu fällt mir auf Nachfrage das Wort Wohlbefinden ein. Auf dieser Karte ist wirklich alles drauf, Tiere, Menchen verchiedenen Alters, Natur, eine Stadt und sogar die 10 Sephiroth des Lebensbaumes, dargestellt mit den Münzen. Was möchte man mehr! Nun geht es in den Dialog. Dafür wählt sie 3 Symbole aus, die auf der Karte vorkommen, und zu denen ich eine Karte ziehe. Das 1. Symbol ist der alte Weise am Torbogen: Um diese Weiheit und Wahrheit geht es in meiner momentanen Lebensphase. Dieses uralte Wissen soll mein Leben würdig bereichern. Hierzu ziehe ich den Ritterder Stäbe. Das Wort dazu ist Begeisterung. Das stimmt 100%ig. Ich besuche zur Zeit einen Grundkurs der Kabbalah und bin sehr begeistert davon, mehr über diese uralte Weisheitslehre zu lernen. Als nächstes Symbol wählt sie die Hunde aus. Das ist meine Form der Vitalität. So soll ich sie ausleben, ohne sie einzuschränken. Ich ziehe den Narren. Eine starke Karte! Unbefangenheit ist mein Wort dazu. Aber das ist viel zu blass. Nein, Narrenfreiheit, sagt Lilo und trifft damit direkt ins Schwarze bei mir. Es täte mir wirklich gut, mir davon wesentlich mehr zu genehmigen. Also Achtung, jetzt kommt die Narrenfreiheit. Super! Das 3. Symbol: Das Paar in der Bildmitte: So ist mein Dialog mit dem Leben. So soll ich mich mit anderen in Kontakt bringen und so soll ich Kontakt zulassen. So ist meine Art, Beziehungen zu leben. Der Bube der Schwerter. Da Lilos starke Energie mit dabei ist, sendet mir der Bube eine ganz andere Botschaft als sonst, Lilos Botschaft, die ich gerne annehme. Spielerisch soll er sein, mein Dialog mit dem Leben. Ja, gerne! Der jugendliche Bube ist das bstimmt. Als Schwert-Bube ist er auch spielerisch kommunikativ. Zurück zur Münzen X: Das ist Wohlbefinden für mich: Die spielerische Kommunikation, der spielerische Dialog mit dem Leben und alles mit einem Schuss Narrenfreiheit. Das ist sehr gut und wichtig für mich.
Das habe ich davon: Ich habe etwas sehr Inspirierendes bekommen. Danke Lilo!
Ich habe mir gleich das Buch gekauft. Du findest zu jeder Karte 3 Symbole mit dem entsprechenden Thema, zu dem du eine Karte ziehen kannst. Du kannst auch andere oder weitere Symbole auswählen und so mit den Tarotkarten in Dialog gehen. Probier es mal aus. Was fehlt, ist die Prise Systemaufstellung.
Dazu im nächsten Beitrag.
Ursula
Blogbeitrag von Ursula Patzke schliessen
3. März 2011  

Lilo's Gespür für Tarot

Eine Prise Systemaufstellung! Spüren ist das, worum es jetzt geht. Und das bringt Lilo Schwarz uns nahe. Da wir alle 78 Karten sind, spüren wir uns ja selbst, wenn wir die Karten spüren. Aber wie kann das gehen? Sie macht ein „Experiment“ mit uns: Wer hat eine Karte, die er/sie überhaupt nicht leiden mag? So eine richtige Hasskarte!
Du kannst dir denken, was da so zusammenkommt:
Jetzt legen die TeilnehmerInnen ihre Hand auf die Rückseite ihrer „Hasskarte“, sodass sie das Bild nicht anschauen können. Augen schließen und die Energie der Karte über den Arm aufsteigen lassen ins Gehirn. Spüren! Die Botschaft wahrnehmen. Das kann ein Wort oder ein Satz sein, ein Bild ober einfach eine Empfindung.
Nun wird die Karte auf den Boden gelegt. Von den Füßen als Empfindungsorgan steigt die Information im Körper auf. „Körper prüf mal nach, was die Karte auch noch bedeutet.“
Welche Bilder, welche Gefühle steigen da auf? Dem Körper die Erlaubnis geben, etwas ganz anderes zu empfinden als was der Kopf so denkt. Körperwissen anzapfen, Konzepte ausschalten.
Und siehe da, die Empfindungen sind erstaunlich. Bei den TeilnehmerInnen entsteht ein neues Bild der Karte, eine Botschaft steigt auf, die die Karte in einem unerwartet neuen Licht erscheinen lässt. Aus der Hasskarte wird eine Karte, die man akzeptieren kann, die man nicht wegstoßen muss. Die zu einem gehört.Spüren ist die Prise Salz der Systemaufstellung. Die Bilder des Tarot bieten dafür vielfältige Möglichkeiten.Du kannst es aber auch für dich alleine ausprobieren. Spüre welche Botschaften dir die Bilder vermitteln, wenn du deinen Körper ein Organ der Wahrnehmung und Empfindung sein lässt.
Es war ein intensiver Abend mit Lilo Schwarz, mit vielen Eindrücken und Anregungen, und eine schöne Begegnung mit einer sehr lebendigen Frau.
Ursula

Zeitschrift Brigitte Ausgabe 12/2013 schliessen
   

Persönlichkeitsentwicklung

Tarotkarten – Auslegen zum Aufleben

Können Sie sich nicht entscheiden? Setzen Ihnen die immer gleichen Konflikte mit Ihrer Tochter zu? Oder brauchen Sie Unterstützung im Job? Bei all diesen Problemen könnten Tarotkarten weiterhelfen.
Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder nimmt man die Hilfe einer Tarotberaterin in Anspruch oder man versucht es mit dem zweiten Buch von Arbeitspsychologin Lilo Schwarz. Es ist eine Anregung zum Selbstcoaching und enthält 109 Auslegungsmuster zu den verschiedensten Alltagsthemen, die von Beruf und Beziehung bis hin zu Standortbestimmung und Ressourcen- management reichen. Jeder Karte eines Legemusters hat sie eine Frage zugeordnet. Deckt man die Karte auf, gibt das Bild eine Antwort. Das heisst, es wirft Fragen auf, die wir uns beantworten können. Natürlich «wissen» die Karten nichts. Sie sind vielmehr das Instrument, um unseren Wünschen und Vorstellungen, unsern Stärken und Schwächen auf die Spur zu kommen. Denn Tarotkarten funktionieren über Assoziationen und Gefühle, die die Bilder in uns hervorrufen. «Das Buch ist für Leute gedacht, die reflektieren wollen mithilfe der Bildsprache von Tarot», sagt die Autorin. «Es geht dabei um die psychologische Auseinandersetzung mit sich selbst und darum, Situationen zu analysieren und zu verändern. Oder anders gesagt, es geht darum, uns von den Karten berühren und bereichern zu lassen, um uns weiterzuentwickeln.»
Aber was fängt man als Laie mit seinen Bilder-Assoziationen an? Hilfreich kann in diesem Falle eine Tarotberaterin sein, die die richtigen Fragen stellt. «Eine gute Beraterin », sagt Lilo Schwarz, «stellt all die Fragen, die sich eine Klientin selbst nicht stellt.» Dazu muss sich die Fachperson ganz auf den Klienten einlassen, hochpräsent sein, mit Empathie zuhören und das, was anklingt, nochmals nachfragen. So lange, bis das Anliegen geklärt und eine Lösung herausgearbeitet ist.
Diese Beratungskompetenz kann man sich bei Lilo Schwarz aneignen. Die Psychologin, Tarot- und Coaching-Expertin schreibt nicht nur Bücher, sondern bietet neben Einzelcoachings auch Seminare in Persönlichkeitsentwicklung sowie Aus und Weiterbildungen für Beraterinnen und Berater an. Vermittelt wird eine lösungsorientierte Beratung auf systemtheoretisch- psychologischem Hintergrund in Kombination mit der Bildsprache der Rider-Waite-Tarotkarten.

BÜCHER UND WORKSHOPS
Lilo Schwarz: «Im Dialog mit den Bildern des Tarot», Verlag Königsfurt/Urania. «Selbstcoaching mit Tarot. Auf eigenen Wegen zum Ziel»
Schnuppertag «Einblick in die Tarot-Bild-Sprache»: 22.6.13.
Infos über Einzelcoaching, Grundlagenkurse, Aus- und Weiterbildung in Beratungskompetzenz:
www.liloschwarz-seminare.ch.

Schweizer Familie Nummer 43/2014 schliessen
   

Bella Figura

Die Schweizer Künstler Paul Fuchs, Daniel Spoerri, Paul Wiedmer und die verstorbene Nikki de Saint Phalle legten in der Toskana Gärten an, die sie mit ihren eigenen Werken bestückten. Diese Skulpturengärten können nun auf einer rund einwöchigen Reise in die Toskana besucht werden. Jeden Tag ein anderer. In einigen davon führt der Künstler selbst durch seine Open-Air-Ausstellung. Etwa Paul Wiedmer, der den Gästen seinen Feuergarten La Serpara nahe Orvieto zeigt.

Kunstreise in die Skulpturengärten, 3. bis 9. Mai 2015.
Infos: www.liloschwarz-seminare.ch oder Tel. 041 410 43 82.